Zur Hauptnavigation springenZum Hauptinhalt springen

Pressemitteilung

"Ein Modell für die Zukunft"

ÖDP-Ortsverband besucht Reischacher Bürgergenossenschaft

Der ÖDP-Ortsverband mit Vorsitzender Irmgard Amann (9. v.r.) bedankte sich mit einem Blumenstrauß bei der Organisatorin Birgit Thumser und bei Reischachs Bürgermeister Alfred Stockner (3. v.r.)

Reut – Taubenbach:  "Gemeinsam sozial, kulturell und wirtschaftlich Neues wagen und die Gemeinde nachhaltig weiterentwickeln", das ist der Grundgedanke der Bürgergenossenschaft Reischach. Die Umsetzung des Konzepts am Beispiel der ambulanten betreuten Wohngemeinschaft (abWG) kennenzulernen, war das Ziel einer Gruppe von interessierten Bürgern, welche der ÖDP-Ortsverband nach Reischach eingeladen hatte.

Nach einer Führung durch die neu errichteten, sehr attraktiven Räume der ambulant betreuten Wohngemeinschaft und der Besichtigung der Tagespflege in Reischach, dessen Träger die Jacob-Friedrich-Bussereau Stiftung ist, stellten die Vorstände der Bürgergenossenschaft,  Bürgermeister Alfred Stockner und Herr Helmut Vilsmaier in den Räumen des Reischacher Rathauses das Modell einer abWG vor. Unter dem Motto „Was einer nicht schafft, das schaffen viele!“ wurde 2019 die Idee dieses gemeinsamen Projekts in der Gemeinde Reischach zusammen mit dem örtlichen ambulanten Dienst zur Sicherung der Versorgung pflegebedürftiger Menschen in der Kommune geboren. Für maximal 12 Bewohner stehen eine Gemeinschaftsküche und ein gemeinsamer Wohn- und Essbereich zur Verfügung, ebenso eine große Gemeinschaftsterrasse. Wichtig sei bei einer abWG auch das Gremium der Selbstbestimmung, dem jeder Bewohner oder ein Angehöriger angehöre. Dies sei das erste Projekt in der Gemeinde Reischach gewesen, das mit dem Bürgergenossenschaftsmodell verwirklicht wurde.

Anschließend stellte der Präsident der Vereinigung der pflegenden Berufe in Bayern, Herr Georg Sigl-Lehner, das Konzept der Tagespflege vor. Dabei sei es eine große Hilfe gewesen, dass die Investitionskosten zur Errichtung der Tagespflege durch den Freistaat Bayern über das sogenannte PflegeSoNah-Förderprogramm unterstützt wurden.

In seiner Funktion als Präsident der Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) setzt er sich unter anderem sehr intensiv mit dem Aufbau tragender Versorgungsstrukturen in ganz Bayern ein – dies gehöre zu unseren gesetzlichen Aufgaben.

Die im Januar 2024 vom VdPB veröffentlichte zweite Personalbedarfsstudie (Pflege Monitoring) zeige einen zwingenden Handlungsbedarf in allen Landkreisen Bayerns auf. Ein alarmierender Kipppunkt stehe bevor: Bereits 2028 würden in Bayern Demographie bedingt weniger Berufseinsteiger als -aussteiger zur Verfügung stehen.

Keine Überraschung sei es, dass das Reischacher Projekt mittlerweile als „Leuchtturmprojekt“ in Bayern gelte – Grundlage für diese Auszeichnung sei das vom Gesundheitsministerium erarbeitete Straegiepapier „GutePflege-Daheim in Bayern“ mit dem Ziel zur Schaffung von „Sorgestrukturen“ im ländlichen Raum gewesen.

"Ein Modell für die Zukunft - auch für unsere Gemeinde und unseren Landkreis", so ist die Vorsitzende des ÖDP - Ortsverband Reut - Taubenbach, Irmgard Amann überzeugt.

Bürgermeister Alfred Stockner erläuterte in seiner Funktion als Vorstand ganz allgemein auch noch die Vorteile einer Bürgergenossenschaft. So seien die Steuerung und Entwicklung in einer Hand, es gebe keinen Profitzwang, es gebe bessere Möglichkeiten, Angebote aus dem nahen Umfeld anzunehmen, das Kapital bleibe in der Region und es gebe nur einen Ansprechpartner, da die Bürgergenossenschaft Eigentümer und Vermieter der einzelnen Wohnungen sei.  Grundsätzlich sei es natürlich das Ziel, dass die Mitbürger so lange wie möglich im vertrauten Umfeld der Familie und Gemeinde bleiben können. Mit der ambulant betreuten Wohngemeinschaft wurde ein ergänzendes Angebot zur bereits bestehenden ambulanten Krankenpflege und zur ambulanten Tagespflege geschaffen.

„Ein wirklich tolles Projekt einer außergewöhnlichen Gemeinde! Ein großer Dank an die bereitwillige Weitergabe des Wissens und der Erfahrungen. Hier sieht man, was alles möglich ist!“ war die Vorsitzende des ÖDP-Ortsvereins begeistert. Dem stimmten die anwesenden Teilnehmer, u. a. der 1. Bürgermeister der Gemeinde Reut Alois Alfranseder mit seinen beiden Stellvertretern Heinrich Hutterer und Konrad Prinz sowie dem Seniorenbeauftragten der Gemeinde Reut Ludwig Iretzberger, ÖDP-Fraktionsvorsitzender im Kreistag Sepp Rettenbeck sowie ÖDP-Kreisrat Albert Madl. Irmgard Amann bedankte sich abschließend mit kleinen Geschenken herzlich bei der 3. Bürgermeisterin von Reischach, Birgit Thumser für die ausgezeichnete Organisation der Veranstaltung, bei den Vorständen der Genossenschaft Bürgermeister Alfred Stockner und Herrn Vilsmaier sowie beim bayerischen Präsidenten der Vereinigung der Pflegenden Herrn Sigl-Lehner sowie bei allen Anwesenden für Ihre Zeit und ihr Interesse!

Zurück